Presse JIM RATTENBURYVON AUFSTEIGENDEN UND ABSINKENDEN FORMEN Ein Maler malt ein Bild. Er öffnet so ein Fenster in eine andere Welt und erschafft neu ein Ding, das Teil unserer Welt wird. Auf figurative Kunst trifft eher das erste zu, bei abstrakter Kunst ist das Erschaffen des Werks die Basis. Warum bin ich nicht nur Bildhauer, sondern auch Maler? Bei der Skulptur ist die physische Struktur der Materie der Ausgangspunkt. Beim Malen bin ich davon freier – davon abgesehen, dass Farben und applizierte Objekte sich nicht von der Leinwand lösen sollten. Illusion und Realität halten sich die Waage. Impasto und Applikationen können unter zusätzlichen Schichten begraben, aber auch wieder ausgegraben werden, aus der Bildoberfläche aufsteigen oder wieder in ihr versinken. Über die Jahre habe ich eine Formensprache entwickelt. Es sind Zeichen, Kürzel, die mich durch ihre Schwingungen und versteckte Bedeutung faszinieren. Ich benutze sie, so wie ein Musiker Noten oder ein Dichter Worte verwendet. Ich suche in der Malerei das Klare und Einfache. Hinzufügen, wieder wegnehmen, so lange, bis nur das Wesentliche bleibt. In meinen dreidimensionalen Arbeiten tauchen schlichte, aber für mich sprechende Formen wie Ringe, Scheiben, Treppen, Masken und Gefässe auf. Ich halte sie in einer Art von Momentaufnahme in ihrer Bewegung fest. Oft stelle ich sie in starken Kontrast von Licht und Schatten, der seine Wurzeln vermutlich in meinem langjährigen Arbeiten in Andalusien hat. Auch die Farben, die ich wähle, intensiv, oder wie durch starke Sonne verwittert und gemildert, sind von, meinen Eindrücken in Südspanien geprägt. (Ausschnitte aus Jim Rattenburys Notizen zu seinen Bildern) |
| nach oben |